Über die Heilpädagogik

 

An der Karl-Schubert-Schule arbeiten Lehrer, Therapeuten und Schularzt gemeinsam an einer umfassenden und individuellen Förderung des Seelenpflege-bedürftigen Kindes.

Die Bezeichnung Seelenpflege-bedürftig geht auf Rudolf Steiner, den Begründer der anthroposophischen Heilpädagogik zurück. Er bezeichnet nicht die Störungen und Defizite der Kinder, sondern den Ansatz der heilpädagogischen Tätigkeit:
Die kindliche Seele und deren Pflege und Förderung.

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Die Karl-Schubert-Schule arbeitet auf der Grundlage der Waldorfpädagogik und Heilpädagogik. Um ihr besonderes Anliegen deutlich zu machen, soll ein Blick auf deren Entstehungsgeschichte geworfen werden.
tl_files/kss/allgemein/hp2.jpg Im Jahre 1924 wurde Rudolf Steiner von jungen, engagierten Mitarbeitern eines Behindertenheimes gebeten, auf der Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde Anregungen zu geben für die Erziehung von Kindern mit geistiger Behinderung. Damals galten Kinder mit geistiger Behinderung im Hinblick auf ihre Entwicklungsmöglichkeiten als so eingeschränkt, dass weder von einer Erziehungsmöglichkeit noch von einer Beschulbarkeit ausgegangen wurde.

1924 hielt Rudolf Steiner einen umfangreichen Kurs über Heilpädagogik. Wie jeden gesunden Menschen betrachtete er auch das behinderte Kind als ein sich in körperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht weiterentwickelndes Wesen.

 
Die zentrale Aussage seiner Ausführungen war, dass den auffälligen Störungen oder Verzögerungen in der seelisch/körperlichen Entwicklung eines behinderten Menschen ein gesunder geistiger Kern zugrunde liegt. Dieser gesunde Kern, die Individualität des Kindes, erfährt durch die Behinderung Einschränkungen in ihrer Möglichkeit sich zu äußern und zu entfalten. Vergleichbar ist die Situation dieser Kinder mit einem Pianisten, der seine musikalischen Fähigkeiten auf einem verstimmten Klavier nicht zum Ausdruck bringen kann.
Die anthroposophische Heilpädagogik sieht ihre Aufgabe darin, dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich seiner Persönlichkeit entsprechend zu entfalten und zu entwickeln. In Unterricht und Therapie wird darauf hingearbeitet, die körperliche und seelische Entwicklung so zu fördern, dass Hindernisse die seine individuellen Kräfte hemmen, soweit als möglich abgebaut werden können.

Wie jeder gesunde Mensch seine Lebensaufgabe finden und gestalten möchte, so soll auch dem Menschen mit Behinderung die Möglichkeit gegeben werden, seine Lebensaufgabe so auszuführen, wie seine Individualität sie sucht und verlangt.
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